Monika Helfer nach einem Sturz überraschend gestorben. Ihre Vorarlberger Trilogie „Bagage“, „Vati“ und „Löwenherz“brachte sie zu spätem Ruhm Erich Garhammer Veröffentlicht am 3. August 2026 von Erich Garhammer3. August 2026 Monika Helfer, Die Bagage, München 2020. Pfarrer als Sittenwächter Josef Moosbrugger wird in den Ersten Weltkrieg einberufen. Er bittet den Bürgermeister am Ort Gottlieb Fink, auf seine Frau Maria aufzupassen. Sie war eine Schönheit. Josef fürchtete, sie könnte ihm untreu werden. Der Bürgermeister versuchte, Maria zu bedrängen. Sie sollte ihn nur einmal lassen, dann werde er sie in Ruhe lassen: „In Zeiten wie diesen sei es doch völlig egal, ob sie ihn einmal lasse, völlig egal. Niemand im Himmel schaut in diesen Zeiten in so ein Dorf am Ende eines Tals, das am Ende der Welt liegt…Im Krieg ist alles erlaubt. Das weiß jeder. Der Josef würde ihr das nicht nachtragen.“ Sie solle ihm das geben, was sie dem aus Hannover gegeben habe – damit war ihre Liebe mit Georg aus Hannover gemeint. Maria hatte Georg aus Hannover auf dem Markt getroffen, bei einem Ausflug zu ihrer Schwester zusammen mit dem Bürgermeister. Georg besuchte sie dann auf dem Hof, er war die Liebe ihres Lebens: er blickte ins Augeninnere. Maria wurde schwanger. Der Roman von Monika Helfer, Die Bagage, München 2020, lässt aber offen von wem. Schließlich war ihr Mann Josef auch mehrmals auf Heimaturlaub. Am meisten bedrängt wurde sie nun vom Pfarrer. Sie solle beichten, alle würden doch ihren Bauch sehen. Sie sei eine Bedrohung für die Gemeinde. Als sie die Beichte verweigerte, kam der Pfarrer am nächsten Tag mit einem Burschen und ließ das Kreuz über dem Hauseingang abmontieren und herausstemmen. Der aus dem Krieg heimgekommene Josef ließ seine neugeborene Tochter Margarethe links liegen. Er würdigte sie keines Blickes. „Ihren Namen sprach er nicht aus. Nicht ein Mal. Und nie, nie sah er sie an. Und nie, nie richtete er das Wort an sie. Er tat, als wäre sie nicht anwesend in dem Haus.“ (150) Maria beteuerte, dass Grete sein Kind sei, es könne nicht anders sein, außer Gott habe an ihr nach der Mutter Maria eine zweite Schwangerschaft ohne Mann ausprobieren wollen. Der Roman von Monika Helfer ist bedrückend: er zeigt, wie die Frauen noch vor 100 Jahren Besitz ihres Mannes waren. Und: die Pfarrer wachten über diese enge Welt.